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"Dinge entdecken" (GdL)
"Ich war ein Freigeist. Ich habe vor einem Bundesligaspiel Pommes Rot-Weiß gegessen." (Ansgar Brinkmann) Ich entschied mich dann doch für ein anderes Zitat eines großen Künstlers:
"Er war da, die Farben und Formen sind in Erscheinung getreten, dann ist er wieder gegangen." (Joseph Beuys über Blinky Palermo nach dessen Tod am 17.02.77)
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| Wenn man nicht alles selbst macht ;-): |
Auf "meine" letzte Kolumne erhielt ich am gleichen Tag einen engagierten Leserbrief, den ich aus CRM-Gründen hier wiedergebe und von dem ich glaube, dass er die meisten Leser weiterbringt:
Zu deiner aktuellen Kolumne ... ich bin nur bis zu BECKS gekommen ..... tse tse tse ... und dann musste ich erstmal diese Mail schreiben ..... ich würd mal locker sagen das kann so gar nich' sein ... dein Kumpel und Gastschreiberling hatte mit der Bierwerbung aus norddeutschen Gefilden annefürsich (anneforherself - wie wir "schwaben" so sagen) schon nich' so ganz unrecht ..... aber er hat was entscheidendes vertauscht: 1. Das war ne Jever Werbung.
2. Jever Lime um genau zu sein, also ein Biermischgetränk - im Gegensatz dazu ist Becks Gold kein Mischgetränk .. sondern wohl eher n weniger herbes Bier als die Hausmarke an sich ....... vom Becks saufen kriegt man ... so kann man angesichts der maritim-anmutenden Werbung meinen einen 1a Body mit Waschbrett-bauch ... einen sonnengebräunten Teint und jede Menge geile Weiber scharren sich um einen rum .... und reichen einem das nächste tip-top-gekühlte bier unter wohlig-wärmenden Sonnenstrahlen ... oder so ähnlich ....
Soviel aus der norddeutschen Bier-Besserwisser-Ecke ;-)
TV-Empfehlung: ARD, 28.10.2007 um 20.15 Der Tatort "Satisfaktion" wird in der TV-Movie wie folgt angeteasert: "Im Wald werden die sterblichen Überreste des seit zehn Jahren vermissten Raimund Stielicke gefunden. 'Er war ein Corpsstudent wie aus dem Bilderbuch', erinnert sich sein Studienfreund Gregor (Aljoscha Stadelmann), der wenig später spurlos verschwindet."
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Rumpendeln in den Zeiten des Streiks. Da der Fernverkehr nicht bestreikt wird, komme ich problemlos nach Frankfurt, mit einem nicht nennenswerten Umweg über den Neumarkt, während die Fahrt nach Düsseldorf wie der Besuch des rheinischen Knallerderbies am kommenden Montag zum unwägbaren Lotteriespiel wird. Aber auf der zwar längeren Fahrt nach Ffm habe ich Zeit zu lesen. Zum Beispiel die Sonntags-FAZ, die ich in WAW nicht lesen konnte, an einem Donnerstag also sah ich den Artikel über Ansgar Brinkmann, den "weißen Brasilianer". Und er brachte mich in die Bredouille, denn dort war ein Brinkmannzitat, das ich dieser Ausgabe genau so hätte voranstellen können: "Ich war ein Freigeist. Ich habe vor einem Bundesligaspiel Pommes Rot-Weiß gegessen." Fand ich aber irgendwie unangemessen für eine "corpsstudentische Kolumne". Aber eines ist klar: Rebellen wir ihn braucht das Land - der Gott, der Brinkmann wachsen ließ, der wollte keinen Andi Möller!
Menschen bewegen. KVB. Mein Ausweichbüro in den Zeiten des Streiks ist mit oben angedeutetem Umweg über Waldiwostock (ein schöner Typo! Lass' ich so stehen) und Neumarkt gut erreichbar. In den ICE reingehüppt, 5 Minuten zu Fuß ins Büro Frankfurt, alles ist gut. Dürften die Lokheads den Fernverkehr bestreiken, ja dann hätte ich ein veritables Problem. Dann würde ich ins Depot (oder wo man als GdL-Streikposten mit christdemokratischem Gewerkschaftsführer eben so rumlungert) fahren und mir die Forderungen anhören. Sind die Forderungen o.k. - dann hätten sie in mir einen verlässlicheren Verbündeten als Wagner auf ihrer Seite. Wären die Forderungen inakzeptabel: Dann würde ich jeden dieser Lebensqualitätseinschränker, dessen ich habhaft werde, meinungsstark meine Position erklären. Die Züge fahren wann, sie wollen, aber zumindest irgendwann einmal pro Stunde: Die Bahn soll doch erst noch privatisiert werden, oder?
Wir sind doch nicht in England! Zumindest komme ich mir derzeit so vor. Der Neumarkt - in Dunkelheit & Nebel gehüllt - ist ein selten gesehenes Bild... eigentlich sollte ich dankbar sein, denn dieser Streik hilft Dinge zu entdecken. Und die Langsamkeit. Danke, GdL! Abgefahren, quasi totally driven away, ist nur der Umstand, dass zeitgleich, in allen überregionalen Zeitungen Anzeigen geschaltet werden, dass man 1.000 Lokführer (m/w) suche und das als ein gutbezahlter, zukunftsicherer, jupper Rock'n'Roll-Job verkauft wird.
Den Menschen, der das Personalmarketing der DB macht, würde ich gerne mal sprechen. Verrückte Zeiten: Protestanten werden König von Bayern - was geschieht als nächstes? Vielleicht ein Protestant im bonner Vorort des CV???? Diese Welt wird komplexer und komplexer.... und ich finde Beck's Gold - zumindest im Sommer - immer noch lecker und kein Frauenbier. Ferner kann ich mich mit dem neuen Layout der FAZ immer noch nicht anfreunden, ich erkenne sie sogar nicht auf Anhieb, wenn ich einem Mitreisenden in die Zeitung linse. Ich will Beständigkeit, keine Komplexität! Bin ich falsch?
Unlängst führte ich ein Telefonat mit dem ZAG, in dem neben dem Streik auch ein Kölnkurzaufenthalt erörtert wurde und das ich kurz im Auzug wiedergebe, weil es alles erklärt, was richtig und wahr ist:
„Du musst von der Kulturkirche mit der Linie 12 oder 15 irgendwie in Richtung Rudolfsplatz kommen!“
„Was, direkt mit der StraBa zurück nach Marburg… suuuuuper!“
„Menno, das machen wir Imis mit MR-Hintergrund oft: Rudolphplatz, ohne 's' wie in 'Sch**ssEffZehKöln'!“
„Jaja, ich find datt schon. Bis jetzt bin ich ja immer von dir geführt da gewesen, da merk ich mir den Weg grundsätzlich nicht. Solltest du allerdings irgendwann kurz nach 23.00 Uhr Uhr eine Alarmanlage in der Nachbarschaft losgehen hören, dann, ja dann bin ich's. Dann brech ich in den Sex-Shop auf der Hauptstrasse ein und klaue WEINGUMMIBUSEN!!!
Habe zum Ende hin das ZAG gebeten, ob meiner Arbeitgeberbrandmauer, Fußballtipps auf www.kicktipp.de für mich abzusondern, worauf ich folgende Antwort per e-mail erhielt:
„erledigt. wird keinen großen unterschied zum nicht-tippen machen. obwohl, bei meinem 27-1 tipp fürs montagsspiel hab ich ein gutes gefühl.
mein gott, hab grad gemerkt, was für eine grottenliga die erste grad ist... bei partien wie hannover-wolfsburg, cottbus-duisburg oder karlsruhe-bielefeld schläfste ja schon beim tippen ein...die coolen jungs und mädchen sind eh in der zweiten liga.
Noch. "Dinge entdecken", Hoffenheim, Koblenz, Bedburg. Am Donnerstag bin ich aus dem ICE langsam herausflanierend - ging davon aus, dass eh nichts über die Brück' fährt - spontan in irgendwas BIZARRES gesprungen, auf dem stand "Zug kann jederzeit nach Deutz abfahren", in den RE nach Bedburg... Mut beweisen.... sich auf Abenteuer einlassen.... die Schönheit der Langsamkeit entdecken.... fahre gerade über den Rhein... halte... werde wohl UNERWARTET.... halte... recht früh da sein... Streik... fantastische Welten... fahre... halte...
Drüber. Die Abmoderation der Kolumne überlasse ich Superwagners Brief an Schell: "Es gibt ein Leben nach dem Streik – zum Beispiel Ihr Leben."
Eine schöne & streikfreie Woche, ich muss wieder in die Margaret-Thatcher-Schule für Neoliberalismus, Lokomotivführer betreuen, Euer Schomberg.
P.S.: Dinge, die man sich nie verzeiht (I):
Ich hatte mal die Gelegenheit, auf einem Flohmarkt für 15 Euro (sic! sic! sic! sic!) die 1970er-Ausgabe von Zettels Traum zu kaufen..... und griff nicht zu... ich Tor... aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaarghhhhhhhhhhhhh....... wie konnte ich es damals nicht für die paar Kröten kaufen.... es war mir zu "teuer"..... ich Idiot!!!
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