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... Zwei Drittel der Reisegruppe sind exzellent vorbereitet und haben den Ausstellungskatalog vor dem Besuch pedantisch durchgearbeitet, ja fast -geackert...


Samstäglicher Bildungsausflug nach Düsseldorf

Eine Grüne, ein Corpsstudent und ein notorischer Kommunist machen sich auf in die Landeshauptstadt zur Martin Kippenberger-Ausstellung im K21. Wir fanden es auch nach nur zwanzigminütigem Fußmarsch und obwohl ich den Stadtplan hielt und die Gemeinschaft anführte. Ein toller Ausflug ins alternative Bildungsbürgertum. Keine gespreizte Feuilletonk***e sondern Rock'n'Roll, ohne den Schlingensi/e/ff heute nicht denkbar wäre. Zwei Drittel der Reisegruppe sind exzellent vorbereitet und haben den Ausstellungskatalog vor dem Besuch pedantisch durchgearbeitet, ja fast -geackert. K 21. Zur intensiven Vorbereitung ferner nochmal Kafkas "Amerika" gelesen, naja, quergelesen, ehrlicher gesagt, habe mir sogar nochmal zwei Kapitel "Der Verschollende" (oder so ähnlich) von Brod nach Kafka reingezimmert.......wie immer nicht verstanden und im Bildband von Bernd, das Brot (Wagenbach-Verlag) geblättert, damit ich richtig eingegroovt bin. Denn es gilt: "Einer von Euch unter Euch mit Euch".

 

"Plötzliches Italien", notierte Franz Kafka in sein Reisetagebuch, als er 1911 per Bahn den Gotthard durchquert hatte und das Tessin erreichte. "Später verschwindet das Italienische oder der Schweizer Kern tritt vor." So stell ich mir das auch vor. "Plötzlich Leverkusen-Mitte", notierte Heiko Schomberg, als er ein kurzes Nickerchen nach Köln-Mülheim machte, "alles Organische scheint verschwunden, das gottlose Pillentum tritt hervor." Und dann fallen mir Sätze wie dieser ein: Ein Halbgott hat stets perfekt manikürte Fingernägel und bekämpft die Nikotinflecken an Zeige- und Mittelfinger mit dem Saft frischer Zitronen. Im Halbschlaf dann an Kiyoshi Inoue (japanischer Fussball-Kommentator während der WM) gedacht. Und seinen gottnahen Dialog bei einem Spiel, das er moderierte: "Hier in Dortmund sieht man noch deutlich, dass hier früher das kommunistische Ostdeutschland war." Daraufhin der Ko-Kommentator: "Ist das wirklich schon Ostdeutschland?" Inoue: "Ja, der Fluss Rhein war früher die Grenze. Wer da rüber wollte, wurde erschossen. Es gab nur eine Brücke, bei Remagen, die ist jetzt wieder aufgebaut." Der wirkliche Künstler scheint Kiyoshi Inoue zu sein. Nicht Kippenberger, Beuys, Wagner!

 

 

"Einer von Uns unter Uns mit Uns", ja der, den wir Fröbe nennen, schickte mir eine rapid response auf die letzte "Kolumne":

 

Hi AHS, hab zwar Deine Kladde nicht gefunden, aber ein paar Vorschläge (es sind ja Semesterferien). Jedenfalls löblich, daß Du kaum sog. "The"-Bands aufgenommen hast. "The Teutonian Bullshit" hört sich eben bescheiden an. Also:

 

- Marburg Corpshaus

- Pilsetten

- Flammkuchenchauvinisten

- RickeRäcke(voll)

- Schläppchenmädchen

- Grass und seine Schwarzen-Herren-Schokoladenmännchen

- Bierpostkasten

- Rückmelder bzw. Nichtrückmelder, alternativ Exmatrikulatoren

- Meldebeauftragte

- Les Kösis

- Sückmüdück

- Ein Sammelsurium voller Ärsche

- Klangkollektiv Bässlästig

 

und zum Abschluß doch noch:

 

- The Lemmerines

 

Grüße an den republikanisch-geographischen Nil

 

[gez. Froebe]

 

Ich habe wirklich lange & intensiv überlegt, ob ich mich mir die Bandnamen aufspare für "Tolle Bandnamen (II)", aber dann entschied ich, dass der Leser auch das Recht hat, schnell Fröbes Leseschaffenskreativität hier wiederzufinden. Im Anschluss an den Besuch Vision von einem Buch gehabt und nicht zum Arzt gegangen. Oder wie es CAFH fomulierend antizipierte: "(...) Ich freu' mich schon auf die Perle der FAZ-Literaturbeilage Herbst 2056: Heller, Carl A. und Schomberg, Heiko H.: 'Mailwechsel 2001- 2050', herausgegeben von Angelique Zauberwald, Verlag Klett- Cotta, Stuttgart 2056. 22.400 Seiten, 20 Bände geb. im Schuber, 1.400 €urorubel". Ich nenne das Buch einfach: "Mailwechsel - oder das unglückliche Ende von Kafkas Amerika".

 

Wie schrieb die Spochtsfreundin Haun so treffend über den Herrn Kippenberger, der meinte "Ich nutze alle Möglichkeiten, um etwas aufzubauen, was sich selbst hält, für sich spricht, denn bevor ich die anderen 'Anerkennungen' bekomme, wie 'Im-Museum-Hängen', sehe ich eher die Museumsdirektoren hängen.": "Irrtum, Kippi! – Gute Rückentwicklung kennt keine Ausreden." (Anne Haun) Und die Nacherzählung von Kakfas "Der Verschollene" mit Spiegeleierstühlen und mehr zeugt von großer Liebe und geistiger Regheit. Es war einfach beeindruckend!

 

Durch die Auseinandersetzung - wenn auch wieder viel zu spät - mit Kippi, wird vieles sehr klar und es kann kein Zufall, genauso wenig wie die Benennung von Verkehrslokalen in Strassburg - sein: "Verschwende Deine Jugend", SO 36, Berlin Paris Bar (Kippi und Wagner werden sich nicht getroffen haben, denn als Kippi noch in Berlin aktiv war und öffentlich agierte, soff Wagner noch Schnaps in München - und als Wagner in Berlin Hof hielt, hatte sich Kippenberger lethalisiert & inaktiviert, aber dafür wurde Michael Krebbe wiederentdeckt. Den sollte man auch mal ausstellungsmässig stalken ;-))) Immer klasse: Die Welt erklären, die Brillianz des Lebens mit Wagner - und dabei lernen: "Hack, Döner und Currywurst = Das Fleisch der armen Leute." (Quelle). Und die Transferleistung hinkriegen: "Jäger, Sechsämtertropfen, Kümmerling = Der Champagner des jungebliebenen Kunstliebhabers". Es stimmt wohl, was Kommunistenbeu über Kippi sagt: "Kippenberger war - wie wir - gute Laune." Ich antworte bestimmt: "Wir sind, nicht 'waren'!" So, dass war schon die Kolumne. Nein, noch kurz dieser Hinweis vom Cölber Literaturdienst / ZAG, er verweist in seiner aktuellen Ausgabe auf einen "Brief an Wagner", nachdem dieser ein bereits geführtes Interview mit 'persönlich.com' wieder zurückgezogen hat. Auszug: "Viele Deiner Worte sind Literatur, ohne dass es jemand merkt." Wie der Cölber Literaturdienst so richtig bemerkte: "In der Schweiz vielleicht. Die wahre Avantgarde jedoch sitzt in Köln&Cölbe.". Und darauf erstmal ein Eierbild samt Zubehör gemalt. Aber die Ausstellung war wirklich gut, ich nahm sehr viele Handtelephonphotos, da ich mich am Empfang als "Journalist" (ja ich berichte für so ein Internetmagazin, Schombergs Welt, jaja, klar, ja, auch das erste Mal das ich mit Bleistift unterschreibe...) akkreditieren konnte und dieser Tagesausflug sehr viel Spass machte, vor allem, als ich das schier unglaubliche Haarteil des nordrhein-westfälischen FDP-Landtagsabgeordneten entdeckte, der wohl mit Waffengewalt in die Ausstellung gezwungen wurde und im Vorfeld dennoch zwei tote Autobahneichhörnchen auf seinem Kopf plazierte! Das wäre 'ne eigene Ausgabe wert - aber kei' Zeit. Noch eine Frage einer hessischstämmigen Kunstfreundin ploppte auf: "Was hatte Kippenberger denn mit Rainald Goetz?" "Na die haben früher in Köln immer zusammen gepumpt!". Am Ende nur dies: "Herr Schomberg, was ist eigentlich die Kernaussage dieser Ausgabe?" "Kippe & Wagni = 1A-top, durchaus tassenstark!" "Aha." "Bitte!"

 

Danke für's Zuhören, Euer Schomberger, Retter des Neuwieder Pegelturms, ein Mann aus bestem Hause!