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Der lustige Inselbiergarten vor der Küste Afrikas: Teneriffa (II)



Auf der Rückfahrt ging es an Los Gigantes vorbei... Das nenne ich doch mal wahrlich nachhaltige Hotelarchitektur. ;-)




Das Endergebnis nach Abpfiff der Spätsommerfrische lautete: Kakerlaken: 2 - Schomberg: 11. Und um die an anderem Ort diskutierten Fragen & Einwürfe ein für alle Mal zu klären: Nein, ich bin kein Wiedergänger und die Insekten haben mich nicht zweimal erschlagen! Die 2 auf Seiten der Kakerlaken bedeutet, dass ich, obwohl ich ihre Laufwege im Kopf perfekt vorberechnete, zweimal bei dem Versuch scheiterte, ein Schuhexempel zu statuieren. Und mir ist auch klar, dass Kakerlaken ihre Eier unter den Flügeln tragen und man damit, wenn man mit dem Todesschuh herumläuft, eher kontraproduktiv, in Sachen kakerlakenfreies Appartement agiert…




Warum ich bei diesem Werbeträger kein Eis dieser balearischen Firma erwarb, geschweige denn aß, liegt auf der Hand, oder?! 2008 und 2010: Vergeben vielleicht - vergessen niemals!




Bei einem Promenadenspaziergang entdeckte ich dieses Steinfeld - da wird doch sofort, unmittelbar, unverzüglich wieder ein Museum gebaut, weil man das den Guanchen in die Schuhe schiebt...




Bei den Belustigungen in der Hotelbar half auch nicht mein untauglicher Versuch, dank meines Oberhemdes eins mit dem Sitzmöbel zu werden... Der Mann mit dem Papagei auf der Schulter sprach mich dennoch an... Und er war kein Pirat!


[Der lustige Inselbiergarten vor der Küste Afrikas: Teneriffa (I)]

 

... Der Ausflug in den Teide-Nationalpark war intellektuell recht anregend. Nicht nur, weil ich mich mit dem Führer über Wasserkriminalität austauschte (ist diese Formulierung eigentlich politisch korrekt?), nein, weil man ein paar spannende Dinge erfuhr. Der Führer sagte nie "Franco", sondern immer "der Diktator". Anwendungsbeispiel: "Zu Zeiten des Diktators wurde hier Bimsstein abgebaut." Dieser Franco hatte mal geplant, hier - im Teide-Nationalpark - Hotels und eine spiralförmige Straße auf den Teide hinauf zu bauen. So wie die Sozialdemokraten in den Siebzigern die Marburger Oberstadt abreißen wollten, um Platz für die Stadtautobahn zu schaffen. Irrsinn galore! "Dann gäbe es auf dem Teide jetzt McDonalds, dort oben, Gasthäuser, LIDL, schlimm, schlimm..." Danach noch Andenken gekauft. Das ist so Siebziger. Aber jetzt sind wir im Besitz von überteuerten Mandelsüßigkeiten und einer roten Schale für Nüsschen und Lakritzschlangen. Einfach: Dinge tun.

 

Auf der Rückfahrt über "Los Gigantes" gewannen wir noch einen Eindruck über nachhaltige und in die Landschaft perfekt integrierte Hotelarchitektur (siehe Bild) und zum ersten Mal stellte sich mir die Frage, ob alle Busfahrer auf Teneriffa a) akut suizidgefährdet sind oder b) die Strecke wirklich im Schlaf beherrschen!

 

Aber so ein Pauschalurlaub birgt weitere schlimme Risiken in sich: Am Pool hatte ein Herbstferienkind, ein Arschbombenjunge, ein paar Tropfen auf mein Buch gespritzt. Überlegte, ihm zu "helfen" und ihn zu "retten" - den Rettungsring mit Karacho an den Kopf: Bumm! Am Pool war an Lesen nicht zu denken, also dachten wir über eine Verlegung an den Strand nach. Dort gingen wir an die letzte Grenze. Diese Brachialgewalt der Natur ist wahrlich erschütternd: Steine, Dreck, Eurodisco, Muscheln und Zigarettenkippen. Die vorletzte Barriere war die kafkaeske Erfahrung, mit alten Datenträgern zu operieren, mit diesen sogenannten "Postkarten". Wir stehen liegen atemlos in der Natur. Vergangenheit - Gegenwart - Zukunft... Alles fließt ineinander...

 

Gerade den zweiten Massagelümmel („¡Hola! ¿Massage?“) freundlich abgewehrt: "Gracias, no!" Mein Akzent ist hart und deutsch. Wir liegen neben einer Strandbar, die mich intellektuell und musikalisch nur mäßig nach vorne bringt. Wenn ich heute den ganzen Tag Eurotrance im "SS-Beach-Club" (heißt wirklich so!) höre, kann ich heute Abend nur noch "Giggi-gagga-guggu!" sagen. Oder lallen.

 

Und dann waren da noch Überlegungen zum Ort, an dem ich ein Fußballspiel gucken wollte, das nie stattgefunden hat - die ausgeguckte Strandkneipe "Heigls No. 1" fiel sehr schnell aus dem Lostopf, sie wird, laut handschriftlichem Schild, von "RTL Punkt 12" und "Deutschland sucht den Superauswanderer" begleitet.

 

Die von mir während der Spätsommerfrische sehr geschätzte Poolkneipe ist abends ein wirkliches Minenfeld für den Geist. Man will nach dem Abendessen noch ein Getränk einnehmen und dann bricht die Entertainment-Hölle los: Menschen mit Papageien, die Kunststücke vollbringen, drittklassige Künstler, die zum Playback von "Fame" dilettieren, Zauberer, Gnome... sie alle wollten uns "unterhalten". Es ist eben doch nicht alles gut, an diesem Pauschalurlaub-Experiment. Und auf meine Hilfeschrei-E-Mail "Und jetzt noch eine Jonglage in der Poolbar, danach kann es nichts mehr geben!" antwortete das ZAG umgehend:

 

„Mal 'ne blöde Frage: MÜSST ihr als Pauschaltouristen euch denn sowas antun? Führen die euch jeden Abend mit vorgehaltener Maschinenpistole zur Poolbar, auf daß ihr euch diesen ganzen kranken, irren Zirkus ansehen müßt? Diese Kleinstkunsthölle? Könnt ihr nicht einfach heimlich aus dem Fenster klettern, euch 'ne Palette Doradabier am Büdchen holen, und euch am Strand gemütlich vollaufen lassen? Was sind das denn für Sachen?

 

Boah, jetzt hätte ich lust auf 'ne Kokosnuß - VOLL MIT SCHNAPS!!!"

 

Menschen, die solche Freunde haben, so klug und so weltweise, können es mit ganzen Heerscharen von Feinden aufnehmen. Vor allem da mein Versuch, als menschliches Chamäleon (siehe Bild) zu agieren, tüchtig misslang und die Laienspielerschar, die Papageienjongleure, Feuerschlucker und Dorada-Errater mich dann doch erkannten und "bespielten". Es blieb nur die Flucht ins Hotelzimmer... (wird fortgesetzt). England, Berlin und Russland waren immer noch völlig entvölkert.

 

Nächste Woche folgt der Abbinder und dann ist ja auch schon Weihnachtskneipe, tempus fugit, Euer Schomberg.