Start / AktuellesInfothekInternKontakteSuchen 
Start / Aktuelles
Schombergs Welt
Ausgaben 1-20
Ausgaben 21-40
Ausgaben 41-60
Ausgaben 61-80
Ausgaben 81-100
Ausgaben 101-120
Ausgaben 121-140
Mein WM-Tagebuch
Ausgaben 141-160
Ausgaben 161-180
Ausgaben 181-200
Ausgaben 201-220
Ausgaben 221-240
Ausgaben 241-260
Ausgaben 261-280
Ausgaben 281-300
Ausgaben 301-320
Ausgaben 321-340
Ausgaben 341-360
Ausgaben 361-380
Ausgaben 381-400
Ausgabe 381
Ausgabe 382
Ausgabe 383
Ausgabe 384
Ausgabe 385
Ausgabe 386
Ausgabe 387
Ausgabe 388
Ausgabe 389
Ausgabe 390
Ausgabe 391
Ausgabe 392
Ausgabe 393
Ausgabe 394
Ausgabe 395
Ausgabe 396
Ausgabe 397
Ausgabe 398
Ausgabe 399
Ausgabe 400
Ausgabe 401
Ausgabe 402
Ausgabe 403
Ausgabe 404
Ausgabe 405
Ausgabe 406
Ausgabe 407
Ausgabe 408
Ausgabe 409
Ausgabe 410
Ausgabe 411
Ausgabe 412
Ausgabe 413
Semesterprogramm
Fotogalerie
Neuigkeiten
Infothek
Intern
Kontakte
Suchen

In der Weihnachtshipsterey: Berlin, Du hippe Krippe!



Selfie vor der Markthallen-Toilette und ein Anflug von Nachdenklichkeit: "Hmmmh, ist ja alles so gentrifiziert und bunt hier! Ich kau' Bacalhau." Die Stimmung dort finde ich jedoch wesentlich besser als in Barcelona.




Beim zweiten Besuch der Markthalle 9 innerhalb von sieben Tagen wurde mir dann kristallklar: "Wichtig ist ein Weinbuden-Name, der so leicht ins Ohr geht wie Peter Alexander." Ich kann einen Besuch dort nur mit Nachdruck empfehlen! Donnerstag, 17.00 bis 22.00 Uhr. Macht Euch ein eigenes Bild. Raus aus der Filterblase Ahle Worscht & Handkäs!


Wie brach es vor Monatsfrist aus einem befreundeten Autor heraus: "Prenzlauer Berg am 16.11.2016 um 8.10 Uhr. Eine Mutter ruft nach ihrem Sohn, der sich ungelenk auf seinem Tretroller vorwärts bewegt: "Na, komm ... Honey-Pony-Moritz-Zähnchen!" Ich flipp hier noch aus." Ich entgegne nur beruhigend: Darauf einen schönen Dinkel-Prosecco-Stollen in Mitte und ein Heidenpeters Craftbeer zum Runterspülen. Dann ist wieder alles gut. Und das Bier schmeckt nur beim ersten Schluck parfümiert. Danach wird es besser und macht auch bumm! Denn bald ist Weihnachten in der Hipsterey!!

 

Wer noch eine "hippe Krippe" für die Advents- oder Weihnachtszeit sucht - und ohnehin die Kontrolle über sein Leben verloren hat, für den haben wir eine Empfehlung: Die Hipster-Krippe! Vegan, entkoffeiniert & garantiert gewaltfrei. Wer Zweifel an dem Produkt hat: Naja, andere Weihnachtsartikel laufen halt noch schlechter. Aber das wird einem gleich wieder "politisch" ausgelegt ...

 

Apropos: Unlängst habe ich einen Artikel mit ernst gemeinten (!) Empfehlungen gelesen, wie man eine sogenannte FILTERBLASE auf Facebook vermeidet. Ich habe diesen Artikel einfach nicht verstanden - im Sinne von „be-griffen“. Denn meine Posse auf Facebook, twitter, Google+ - und sogar im REALEN LEBEN (sic!) - besteht aus:

 

Alten und Jungen
einem politischen Spektrum von AfD bis die LINKE
Borussen und EffZeh’lern
engen Freunden und Geschäftskontakten
Corpsstudenten und Verbindungsskeptikern
Hessen & Rheinländern
ALDI Nord + ALDI Süd
Normalos und Geisteskranken
Buchmenschen + Digital Natives
Hipstern
Mario-Barth-Fans
Groß- und Kleinstädtern
Punks & Paradiesvögeln
Intellektuellen und Bodenständlern
ADIDAS & Puma

und noch einem ganzen Sack voller heterogener Attribute

 

Wer also nicht in einer Filterblase leben will, muss diese lapidar KAPUTTSTECHEN! Und, ganz verrückt, sich auch mit Andersdenkenden unterhalten (!) und auseinandersetzen (!!) So einfach ist das. Und auch alberne US-Hipster ernstnehmen, die sich über den Rostgürtel lustig machen & "Papa" genannt werden wollen: “I just think ‘dad’ and ‘mom’ are very saved by the Bell-ish,” said Will Grose, 36, a Brooklyn father of three boys under the age of 5: Axel, Oscar (“Ozzy”), and Balthazar (“Bo”). He estimated that half of the children in his 4-year-old son’s Williamsburg preschool call their fathers “papa.” Gießt Du mir ein, Mama Papa? First we take Williamsburg - then we take Berlin!

 

In den letzten Wochen oft - mit manchmal überschaubar viel Erfolg - beruflich in diesem Berlin gewesen. Ozzy und Bo nicht getroffen. Bei Drohnenwetter gedreht. Nicht am Rad sondern Filme. Auf Kreuzberger Streetfood-Märkten gewesen, deren Weinhandlungen "Suff" heißen. Nach den Aufenthalten im geschichtsvergessenen Hipsterhausen, der Stadt, die aus Dekorationszwecken zu Weihnachten Kopffüßler und Space Invaders im öffentlichen Raum aufhängt, die Frage meine Patenkindes, das mich unlängst im Abstiegskampf unterstützte, sofort beantwortet: "Wie schwer ist ein Hipster?" "Na, ein Instagram."

 

Was wirklich hilft, auch gegen derlei Humorverbrechen, ist manchmal eine postfaktische Selbstreflexion, das Getränk "Berliner Luft" oder ein typisches Berliner Krippenspiel. Aber ich sollte nicht ungerecht werden: Es ist ja nicht alles falsch an der Hipsterey zu Berlin - wie dieser traumschöne Spree-Blick aus dem ‪Coca-Cola-Büro zeigt. Da rennt einen schon mal ein Corpsbruder auf dem Weg zum Klo um ... ;-)

 

Gestern Abend, als ich dann diese schnell zusammengestückelte Kolumne hochladen wollte, in der KVB noch einem 10-jährigen Rotzlöffel das Konzept "Aufstehen, wenn eine alte Frau sitzen möchte!" (nein, nicht Robert Smith oder ich) beigebracht. Man muss ja fast froh sein, wenn man heutzutage so 'ne Didaktik-Nummer überlebt.

 

Euch noch ein paar geruhsame und besinnliche Tage, so weit das bei der Weltlage möglich ist, Euer Schomberg.